Akupunktur zur Schmerztherapie

10. August, 2011 - Abgelegt unter Alternative Heilverfahren 

akupunkturpunkteDie Akupunktur ist eine Heiltechnik der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Akupunktur zur Schmerztherapie, bei Atemwegserkrankungen, gastrointestinalen Störungen und bei vielen anderen Krankheitsbildern einsetzt. Eine Therapiesitzung dauert je nach Arzt etwa eine halbe Stunde. Der Heiler sticht dabei spezielle Nadeln in verschiedene, genau markierte Punkte, die vor dem Einstich zur Entspannung leicht massiert werden. Alternativ werden die entsprechenden Körperstellen während der Sitzung nur massiert oder erwärmt, man spricht dann von einer Akupressur bzw. Moxibustion. Trifft der Heiler anhand der vorausgehenden Diagnose die richtigen Akupunkturpunkte, kommt es nach den fernöstlichen Lehren zu einem Ausgleich der Lebensenergien, die den Körper im gesunden System auf festgelegten Bahnen, den sogenannten Meridianen, ungehindert durchfließen.

Europa entdeckte die spektakuläre Heilmethode Ende des 16. Jahrhunderts, als portugiesische Missionare erstmals Berichte von entsprechenden Riten in Japan verfassten. Der dänische Arzt Jacob de Bondt (1599 – 1631) hielt etwas später detailliert fest, wie und wann Akupunktur zur Schmerztherapie eingesetzt wurde. Die traditionell-alternative Heilmethode schien nach seinen Beobachtungen chronische Kopfschmerzen, Brustfellentzündungen und andere schmerzhafte Läsionen positiv zu beeinflussen.

Vollends Fuß fasste die ungewöhnliche Therapieform in der westlichen Welt aber erst Anfang der 1930er Jahre, als der französische Diplomat George Soulié de Morant (1878 – 1955) der breiten Öffentlichkeit unter anderem bekannt machte, dass die Akupunktur Schmerzen lindern kann, und sogar von einer erfolgreichen Behandlung von Cholera-Patienten berichtete. In China war die traditionelle Technik kurioserweise derweil verboten worden, weil sich die Akupunktur als nicht-wissenschaftliche Heilmethode nicht in die Reformbewegung der Mandschu-Dynastie bzw. ins Bild der neuen Volksrepublik einordnen ließ. Der finanzielle Aspekt führte schließlich dazu, dass die alten Methoden, die auch den Ärmsten zugute kamen, wieder volksnah praktiziert werden durften.

Heute steht das traditionelle Wissen Medizinern und Ärzten zur Behandlung von Migräneattacken, Rückenschmerzen und arthritischen Schmerzen zur Verfügung. Insbesondere Arthrosepatienten, die häufig unter unerträglichen, chronischen Gelenkschmerzen leiden und in in ihrer Beweglichkeit dadurch stark eingeschränkt sind, profitieren mitunter von der kostengünstigen Alternativmedizin.

Die moderne Wissenschaft steht der persönlichen Erfahrung, dass die Akupunktur Schmerzen lindern kann, trotzdem häufig skeptisch gegenüber. Das liegt vor allem daran, dass sich die Existenz von Lebensenergien, die Lehren von Yin und Yang und die Lage der Meridiane analytisch nicht nachweisen lassen. Entsprechend tendieren einige Forscher dazu, die erfolgreiche Akupunktur zur Schmerztherapie als reinen Placeboeffekt abzutun. Dem naturwissenschaftlichen Wissenstand stehen allerdings unzählige Fallbeispiele aus angesehenen Arztpraxen gegenüber, die zeigen, dass auch Schmerzpatienten, die die fremdartig anmutende Therapie eigentlich ablehnen bzw. aufgrund ihrer körperlichen oder geistigen Disposition deren Hintergründe gar nicht verstehen, auf die Aktivierung passender Akupunkturpunkte ansprechen. Die Frage, ob eine Heilmethode wissenschaftlich erklärbar ist, ist in der Praxis häufig ohnehin zweitrangig. Deshalb bleibt zu hoffen, dass auch in der westlichen Welt die Akupunktur Schmerzen und chronischen Leiden immer häufiger alternativ begegnet.

Foto: MMchen / photocase.com

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