Bachblüten: Anwendung & Bachblütentherapie

1. Juli, 2011 - Abgelegt unter Alternative Heilverfahren 

bachblueten-therapieDie Bachblütentherapie ist eine alternative Heilmethode, die von dem britischen Arzt Edward Bach (1886 – 1936) in den 1930er Jahren entwickelt wurde. Die sogenannten Bachblüten sind eigentlich Blütenessenzen, die die menschliche Seele wieder ins Gleichgewicht bringen sollen, wenn äußere oder innere Einflüsse sie so aus dem Lot gebracht haben, dass sich der entstehende Schaden in einer körperlichen Krankheit manifestiert. Bach war ein Verfechter der Thesen von C.G. Jung, sein medizinisches Verständnis orientierte sich entsprechend an einem „positiv archetypischen Seelenkonzept“, wie es der berühmte Schweizer Psychiater beschrieb. Nach Bach lässt sich entsprechend jede physische Störung auf eine Disharmonie zwischen der unsterblichen Seele und der erdgebundenen Persönlichkeit zurückführen, deshalb findet Heilung nur dann statt, wenn die beiden Pole im Einklang miteinander zur Ruhe kommen.

Die 38 Pflanzen, die später in seinen Essenzen Verwendung fanden, wählte Bach nach dem Prinzip einer positiven Selbsterfahrung, das heißt rein intuitiv aus. In der Bachblütentherapie kommen entsprechend auch Blüten zum Einsatz, die in der Pflanzenheilkunde – zu der die Blütentherapie nach Bach ausdrücklich nicht zählt - keine Rolle spielen. Die Essenz Nr. 10 enthält zum Beispiel den Holzapfel, der der Menschheit zwar bereits in der Jungsteinzeit bekannt war, der aber weder in der Volksmedizin noch in der Pharmazie je offizinell genutzt wurde. Als Bachblüten Essenz soll der Stammvater unserer Kulturäpfel unter anderem Menschen helfen, die zu Akne, Herpes und Hautunreinheiten neigen.

Andere Bachblütentherapeutika enthalten dagegen durchaus pharmazeutisch nutzbare Wirkstoffe. Das Tausendgüldenkraut, das in der Essenz Nr. 4 enthalten ist, war zum Beispiel bereits im Mittelalter Bestandteil der hocheffizienten Hexensalben. Sein Gehalt an Bitterstoffen macht es heute zu einem appetitanregenden Magenmittel. Im Selbsthilfekonzept der Bachblütentherapie steht das Tausendgüldenkraut für eine Blütenessenz, die sich unter anderem positiv auf abwehrschwache, harmoniesüchtige Menschen auswirkt.

Grundsätzlich kommt es bei dieser Therapieform aber nicht auf den tatsächlichen Wirkstoffgehalt der jeweiligen Pflanze an. Die Heilkraft einer Bachblütenessenz beruht vielmehr auf der Zuordnung der pflanzlichen Eigenschaften zu einem bestimmten Seelenzustand. Die Blüten werden deshalb auch nicht im klassischen Sinn extrahiert, sondern sollen in einem schonenden Herstellungsverfahren ihre geistige Kraft an eine wässrige Lösung abgeben, die später tropfenweise eingenommen werden kann. Es gibt verschiedene Verfahren für die Gewinnung einer sogenannten Urtinktur, aus der die eigentlichen Bachblüten Essenzen durch die Zugabe genau definierter Flüssigkeitsmengen hergestellt werden. Allen gemeinsam ist, dass die Blüten immer von einem bestimmten, von Bach selbst festgelegten Standort stammen, und dass die Potenzierung, also die Weiterverarbeitung, wie in der Homöopathie einem strengen Ritus folgt.

In randomisierten Studien ließ sich für die Bachblütentherapie bisher kein Wirkprinzip nachweisen, trotzdem gibt es eine Vielzahl persönlicher Erfahrungsberichte, die überraschende Heilungserfolge belegen. In der Alternativmedizin hat die ungewöhnliche Therapieform deshalb seit Jahren einen festen Platz, was nicht zuletzt daran liegt, dass immer mehr Menschen im Krankheitsfall nach ganzheitlichen Lösungsansätzen suchen. Davon abgesehen handelt es sich bei der Bachblütentherapie auch um eine kostengünstige Anwendung, die im Einzelfall von einigen Krankenkassen sogar übernommen wird.

Foto: manun / photocase.com

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