Heilfasten nach Buchinger

20. Juni, 2011 - Abgelegt unter Alternative Heilverfahren 

heilfasten-buchingerDas Heilfasten nach Buchinger ist eine der bekanntesten Methoden, mit deren Hilfe sich Körper und Geist nach den Prinzipien einer ganzheitlichen Betrachtung des Daseins wieder in Einklang bringen lassen. Die alternative Heilmethode geht davon aus, dass einer Erkrankung des Leibes häufig eine Erkrankung der Seele oder des Geistes zugrunde liegt - und dass vor allem der erdgebundene Ausscheidungsapparat zunächst gereinigt werden muss, wenn der Patient psychisch und physisch gesunden soll. Das Heilfasten nach Buchinger dient entsprechend nicht in erster Linie der körperlichen Fitness, sondern spricht über eine Phase der Selbstfindung die Selbstheilungskräfte an, die nach der Überzeugung vieler Heiler jeder Mensch von Geburt an in sich trägt.

Der deutsche Arzt und Naturheilkundler Dr. Otto Buchinger (1878 – 1966) entwickelte den Begriff des „Heilfastens“ um 1920, nachdem er sich mithilfe einer speziellen Diät selbst von einem chronischen Gelenkleiden befreit hatte. Seitdem steht das Heilfasten nach Buchinger für eine Kur, die über einen bestimmten Zeitraum – in der Regel 5 bis 7 Tage - den völligen Verzicht auf feste Nahrung beinhaltet. Heilfasten nach Buchinger hat grundsätzlich nichts mit einer Hungerkur oder „Nulldiät“ zu tun und unterscheidet sich auch deutlich von der christlich überlieferten Form des Fastens. Der Verzicht auf Nahrungsmittel, die gekaut werden müssen, dient ausschließlich dem Zweck, den Körper zu entlasten und ihm die Chance zu geben, angesammelte Giftsstoffe loszuwerden. Die Zufuhr großer Flüssigkeitsmengen ist deshalb der Grundbaustein der Buchinger Methode.

Für das Heilfasten nach Buchinger spielt der Begriff der Selbstreinigung eine große Rolle, den auch die moderne Medizin nicht in Frage stellt. Auch allopathische Ärzte und Wissenschaftler gehen davon aus, dass der menschliche Organismus sich im Normalfall ständig selbst reinigt, indem er zum Beispiel Schadstoffe oder Abfallprodukte über die Leber entgiftet und über die Nieren ausscheidet. Sind die betreffenden Organe in ihrer Funktion eingeschränkt, zum Beispiel durch eine Niereninsuffizienz, bedarf es einer Symptom-spezifischen Medikation, um den Patienten gesund zu machen oder um ihm sein Leiden zumindest zu erleichtern. Die Auffassung, dass sich ein gestörter Ausscheidungsstoffwechsel grundsätzlich ganzheitlich auf den Gesundheitszustand auswirken kann, setzt sich in der Schulmedizin bis heute nur langsam durch. Heilfasten nach Buchinger beinhaltet in diesem Zusammenhang einen Mehrwert, denn der deutsche Arzt ging davon aus, dass die Entschlackung beim Kranken generell und unabhängig von der Grunderkrankung nicht mehr reibungslos funktioniert – und dass das System im Krankheitsfall sozusagen erst neu konfiguriert werden muss, bevor ein Neustart gewagt werden kann.

Zu Beginn der Heilkur sieht das Heilfasten nach Buchinger eine zweitägige Eingewöhnungsphase vor, in der der Körper langsam an den Entzug fester Nahrung gewöhnt wird. Leichte Kost steht auf dem Speiseplan, bis am dritten Tag zunächst der Darm mithilfe von Glaubersalz oder einem anderen natürlichen Abführmittel gründlich gereinigt wird. Danach gibt es nur noch Tee, Wasser, Säfte oder Gemüsebrühe, und zwar mindestens 2,5 Liter pro Tag. Der Energiegehalt der Flüssigkeiten liegt insgesamt maximal bei 500 Kilokalorien täglich, viel Bewegung und ausreichend frische Luft unterstützen den Entschlackungsprozess. Beendet wird das Heilfasten nach Buchinger schrittweise, das sogenannte Fastenbrechen beginnt zum Beispiel morgens und abends mit einem Apfel bester Qualität.

Foto: 12frames / photocase.com

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