Kava Kava: Wirkung die entspannt

15. November, 2010 - Abgelegt unter Pflanzenheilkunde 

kava-kava-pflanzeJahrzehntelang gehörten Kava Kava Präparate zu den Arzneimitteln, die rezeptfrei für Ruhe und Frieden sorgten. Denn der Rauschpfeffer aus der Südsee beruhigt die Nerven und lindert Angstzustände. Seit 2002 sind Medikamente, die Kava Kava enthalten, allerdings verschreibungspflichtig bzw. dürfen gar nicht mehr hergestellt werden. Der Grund dafür liegt in den unerwünschten Wirkungen, die der Haupinhaltsstoff Kavain auf den menschlichen Organismus hat. Das Kavain gehört zur Stoffgruppe der Kavapyrone, das sind substituierte Lactone, die im Wurzelstock der Kava Kava in einer Größenordnung von bis zu 20 Prozent enthalten sind. Kavain und seine Verwandten sollen nach neueren Untersuchungen die Leber schädigen, außerdem können sie bei unsachgemäßem Gebrauch Magen-Darm-Beschwerden, Hautrötungen und andere leichte Nebenwirkungen verursachen. Diese sind jedoch als vergleichsweise harmlos einzustufen bzw. fallen bei sachgemäßem Gebrauch gar nicht ins Gewicht, deshalb ist das Kava Kava Verbot bis heute umstritten.
Der relativ kurzen Liste lästiger Begleiterscheinungen steht nämlich eine Reihe positiver Eigenschaften gegenüber, die dazu geführt haben, dass Kava Kava Extrakte bis zu Beginn des Jahrtausends sowohl in naturheilkundlichen als auch in allopathischen Zubereitungen beliebt waren. In homöopathischen Dosen darf Kava Kava aktuell weiter verwendet werden, außerdem steht der Rohstoff der Nahrungsmittelergänzungsindustrie zur Verfügung.

Keine Angst vor guter Laune

Im Gegensatz zu den Inhaltsstoffen heimischer Kräuter wirken die Kavapyrone überwiegend stimmungsdämpfend, deshalb sind sie besonders hilfreich bei der Behandlung von Angstzuständen, die häufig mit einer Übererregung des zentralen Nervensystems einhergehen. Beschrieben sind außerdem muskelrelaxierende und antidepressive Wirkmuster, die ganzkörperlich eine tiefe Entspannung hervorrufen. Die Naturvölker der Südsee nutzen diesen Effekt seit über 3000 Jahren, traditionell werden die Wurzeln dabei zu einem feinen Pulver zerstampft, das anschließend mit Wasser und Alkohol extrahiert wird. Anlässlich verschiedener Stammesrituale, die überwiegend einen spirituellen Hintergrund haben, werden auch frische Wurzeln zerkaut.

Kava Kava mit der Nahrung

Anders als in der Südsee kommen Kava Kava Präparate in Europa überwiegend in Form von Kapseln auf den Markt. Dabei war die Galenik der entsprechenden Darreichungen eine echte Herausforderung, denn Kavapyrone lösen sich kaum in Wasser. Entsprechend müssen Kava Kava Wurzeln mithilfe eines Wasser/Ethanol- oder Aceton-Gemisches extrahiert werden, was die Herstellung vergleichsweise teuer macht. Als Nahrungsergänzungsmittel ist eine Dosierung von maximal 120 Milligramm pro Tag empfohlen. Für Konsumenten, die bereits eine eingeschränkte Leberfunktion haben, ist die Einnahme kontraindiziert. Das gilt auch für Schwangerschaft und Stillzeit, denn der hydrophobe Charakter der Kavapyrone kann zu einer Anreicherung in der Leber bzw. in der Muttermilch führen.

Foto: wikipedia.de / Forest & Kim Starr

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