Natürliche Antibiotika: 8 Alternativen die uns Mutter Natur liefert

Antibiotika haben seit der Entdeckung des Penicillins im Jahr 1928 die Medizinwelt revolutioniert, denn mit den Bakterienkillern aus dem Labor konnten schwerwiegende Infektionskrankheiten unschädlich gemacht werden, an denen früher die Menschen reihenweise starben. Auch heute sind in bestimmten Fällen keine Alternativen zu pharmazeutischen Produkten in Sicht, bei leichteren Infekten allerdings können pflanzliche Wirkstoffe ebenso gute Dienste leisten. Ob bei Blasenentzündung, Erkältung oder Hautausschlag, im minder schweren Fällen lohnt sich immer der Versuch, erst einmal natürliche Mittel ohne schädliche Nebenwirkungen auszuprobieren. Denn auch Pflanzen müssen sich vor Bakterien, Viren und Pilzen schützen. So gibt es überall auf der Welt Gewächse, die als echte Wunderwaffen im Kampf gegen Infektionskrankheiten dienen.

1. Thymian

Thymian, das in der mediterranen Küche beliebte Würzkraut, schmeckt nicht nur lecker in Suppen und Soßen, sondern vertreibt mit seinen antibiotischen Wirkstoffen Thymol und Carvacrol auch Bakterien, Viren und Pilze. Die Heilpflanze kommt vor allem bei leichten Infekten in Bronchien und Magen zum Einsatz. Äußerlich angewandt hat sich Thymiantee oder Thymianöl als effektives Mittel gegen Akne erwiesen. Dabei ist es deutlich verträglicher als apothekenpflichtige Salben, da es die Haut nicht austrocknet.

2. Aloe vera

Auch die Wüstenlilie Aloe vera kann sowohl innerlich als auch äußerlich der Gesundheit vielfältigen Nutzen bringen. Ihr reines Blattgel und der daraus hergestellte Saft enthalten neben 13 wichtigen Vitaminen zahlreiche Mineralstoffe, essentielle Fettsäuren, Enzyme und Aminosäuren. Die Echte Aloe wirkt nicht nur antibakteriell, sondern bekämpft auch Viren und Pilze. Sie wird zur Hautpflege vor allem bei Sonnenbrand und Verbrennungen, aber auch Akne, Insektenstichen und Schnittwunden eingesetzt. Mit einer großen Portion Vitamin C wirkt das Gel außerdem der Faltenbildung entgegen und hilft bei der Regeneration von Narbengewebe und Pigmentflecken. Wer Saft oder Gel einnimmt, kann die Vorteile der antibiotischen Wirkung auf den ganzen Organismus genießen. Aber Vorsicht: In großen Mengen wirkt Aloe vera abführend!

3. Zwiebeln

Die Zwiebel hatte schon in der klösterlichen Medizin des Mittelalters einen hohen Stellenwert, denn in kaum einer verbreiteten einheimischen Pflanze finden sich so viele gesunde Mineralien und Vitamine. Als Entzündungshemmer fungiert das enthaltene Allicin. Zwiebeln bieten sich optimal als ganzjährige Prophylaxe an, da sie diverse Speisen veredeln können und immer verfügbar sind.

4. Bärlauch

Auch Bärlauch enthält Allicin, das als natürliches Antibiotikum fungiert und sogar Viren und Pilze bekämpft. Mit seinen ätherischen Ölen und einem hohen Anteil an Vitamin C hat er dazu noch viele weitere positive Wirkungen auf die Gesundheit. Bärlauch hilft zum Beispiel gegen Blähungen, Appetitlosigkeit und Beschwerden im Magen- und Darmtrakt. Außerdem senkt er den Cholesterinspiegel und hilft gegen überhöhten Blutdruck.

5. Meerrettich

Meerrettich enthält die Wirkstoffe Allicin und Sinigrin mit antibiotischen Eigenschaften. Dazu ist die scharfe Wurzel reich an Vitamin C, Eisen, Magnesium, Natrium und Kalium, wodurch sie zum perfekten Erkältungsmittel wird. Am besten schmeckt geriebener Meerrettich zum Lachsbrötchen, aber er gibt auch Salaten eine köstlich herzhafte Note.

6. Salbei

Der seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze geschätzte Salbei enthält Lineol, Thujon und Campher mit antimikrobiellen Eigenschaften, außerdem entzündungshemmende Triterpene. Salbeiblätter helfen zum Beispiel gegen starkes Schwitzen, Muskelkrämpfe und verschiedene Magen- und Darmbeschwerden. Mundspülungen mit Salbei wirken Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten entgegen.

7. Kapuzinerkresse

Ein effektives Mittel gegen Erkältungskrankheiten und Harnwegsinfektionen ist die Große Kapuzinerkresse. Mit ihren Glucosinulaten in Verbindung mit viel Vitamin C hemmt sie Bakterien, Pilze und Viren. Besonders bewährt hat sich die leckere Salatzutat in Kombination mit Meerrettich.

8. Cranberrys

Die in Nordamerika beheimateten Cranberry-Früchte enthalten Proanthocyanidine, die sich als besonders wirksam im Kampf gegen Blasenentzündungen erwiesen haben. Da der Saft wegen seiner Fruchtsäurekonzentration jedoch Zahnschmelz und Magen belasten kann, sind Kapseln mit Cranberry-Extrakt als verträgliche Alternative zu empfehlen.

Warum auf Antibiotika bestenfalls verzichten?

Während die chemisch hergestellten Antibiotika nur Bakterien angreifen, wirken viele der pflanzlichen Stoffe zugleich gegen Viren und Pilze. Außerdem vernichten die Wirkstoffe der konventionellen Antibiotika auf einen Schlag sämtliche Bakterien im Magen- und Darmtrakt, sodass sie auch die nützlichen Verdauungshelfer abtöten. So entstehen häufig Durchfall oder Magenbeschwerden, und der Körper braucht mehrere Wochen, bis sich die Verdauung auf natürliche Weise wieder reguliert hat. Zudem können Allergien und weitere unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Der größte Schwachpunkt der pharmazeutischen Produkte liegt jedoch darin, dass bestimmte Bakterien bei längerer Einnahme Resistenzen entwickeln, sodass die Mittel nicht mehr wirken. Bei allen leichten Infektionskrankheiten im Hals- und Rachenbereich, der Blase oder auf der Haut sind daher pflanzliche Alternativen die bessere Wahl. Wenn Sie allerdings unter hohem Fieber oder starken Schmerzen leiden oder sich die Symptome einer Infektion über mehrere Tage nicht bessern, sollten Sie direkt zum Arzt gehen.
Wer gar nicht erst krank werden möchte, nutzt die Kräfte der Natur am besten dauerhaft und macht die delikaten Heilpflanzen zum festen Bestandteil seines Speiseplans. Der regelmäßige Verzehr von leckeren Kräutern, Zwiebeln, Meerrettich und Co. stärkt das Immunsystem und erhöht so die Widerstandskraft des gesamten Organismus.

Weitergehende Informationen:

http://www.vital.de/gesundheit/alternative-medizin/artikel/antibiotika-aus-der-natur
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/antibiotika-alternativen-ia.html

Bildnachweise: 1. M. Großmann / pixelio.de; 2. wikipedia.org / Ixitixel; 3. wikipedia.org / Thamizhpparithi Maari; 4. Mamas-Hausmittel.de / pixelio.de; 5. Katharina Wieland Müller / pixelio.de; 6. H.D.Volz / pixelio.de; 7. Dieter Schütz / pixelio.de; 8. Marlies Schwarzin / pixelio.de; 9. Erich Werner / pixelio.de

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